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Jakobskreuzkraut – gefährliche Sommerschönheit
 
Der Hochsommer ist eingekehrt in Schleswig-Holstein – und mit ihm die Blüte von Blumen und Gräsern. Besonders schön anzusehen ist dabei das Jakobskreuzkraut mit seinen leuchtend gelben Blüten, jedoch sollte man sich davon nicht täuschen lassen, denn die Pflanze ist für Mensch und Tier hochgiftig. Für Pferde können bereits geringe Dosen tödlich sein. Jakobskreuzkraut enthält Stoffe, die unter anderem leber- und erbgutschädigend wirken und sich beispielsweise auch in Honig nachweisen lassen, wenn Bienen die Pflanzen abgeerntet haben. In den letzten Jahren hat sich das Jakobskreuzkraut stark auf Wiesen, Weiden und anderen Freiflächen wie etwa Grünstreifen, aber auch in heimischen Gärten, ausgebreitet. Eine gezielte Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes und die korrekte Entsorgung des Grüngutes sind daher sehr wichtig. Hierbei geht es ausdrücklich nicht um die Ausrot-tung dieser Pflanzenart, sondern darum, Gefahren für Mensch und Tier nachhaltig und umweltschonend abzuwehren. Dort, wo Jakobs-Kreuzkrautbestände weitab von Wiesen und Weiden oder anderen gefährdeten Flächen blühen, sollte die Pflanze nicht zwingend beseitigt werden.

Birgit Henß, beim WZV u.a. zuständig für Grüngut und Kompost, gibt den Kundinnen und Kunden Ratschläge für den richtigen Umgang mit dem krautigen Plagegeist:

Vorbeugung:
Eine dicht bewachsene Fläche bietet den Samen des Jakobskreuzkrauts keine Angriffsfläche. Offene Bodenstellen sollten daher nachgesät werden. Eine gute Nährstoffversorgung des Bodens beugt der Besiedelung ebenfalls vor. Das Ausstechen oder Ausreißen (mit Wurzel) der Jungpflanze vor der Blüte verhindert die Verbreitung der Pflanze in den Folgejahren.

Bekämpfung:
Ist es bereits zu einem stärkeren Besatz einer Fläche gekommen, kann das Jakobs-Kreuzkraut – ggf. wiederholt – vor der Samenreife ab Ende Juni gemäht werden. Im Anschluss sind die Pflanzen, wie bei der Handentnahme, von der Grünlandfläche zu entfernen. Eine chemische Bekämpfung ist in der Regel wenig effektiv und sollte vermieden werden, um das ökologische Gleichgewicht der Flächen nicht zu stören.

Entsorgung:
Da die Samen auch in der abgemähten Pflanze aktiv bleiben, muss das Mahdgut fachgerecht entsorgt werden. Pflanzen dürfen nicht auf dem heimischen Komposthaufen verbleiben.
Der WZV empfiehlt die Entsorgung über die Biotonne; größere Mengen können direkt auf den fünf Recyclinghöfen (kostenpflichtig) abgegeben werden. Dies ist ökologisch und wirtschaftlich betrachtet die beste Entsorgungsmöglichkeit.

Birgit Henß kennt die verbreitete Annahme, dass das Kraut verbrannt werden muss, und es daher in die Restmülltonne gegeben wird. Sie kann die Kunden beruhigen: „ Der Bioabfall aus dem Segeberger Kreisgebiet wird bei der BAV in Neumünster verar-beitet. Im dort angewandten biologischen Behandlungsverfahren verlieren die Samen des Jakobs-Kreuzkrautes ihre Keimfähigkeit, da sie über einen ausreichend langen Zeitraum hohen Temperaturen ausgesetzt werden.“

Auf Nachfrage sind beim WZV Standard-Merkblätter zum Jakobs-Kreuzkraut erhältlich, weitere Tipps und Hinweise finden sich u.a. auf den Internetseiten des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) oder des Naturschutzbundes (NABU).
 
An vielen Straßenrändern zu sehen – das Jakobskreuzkraut.