Störstoffe im Bioabfall stellen ein großes Problem für alle Abfallwirtschaftsbetriebe dar. Die Weiterverarbeitung des kostbaren Rohstoffs, beispielsweise zu Biogas oder Qualitätskompost, wird dadurch gestört. Während sich Glas oder Metalle noch verhältnismäßig gut aus dem Produkt entfernen lassen, verbleiben bei Kunststoffen praktisch immer Reste im Bioabfall. Auch im Kompost lassen sich dann kleine Plastikteile finden, die in mehreren Jahren zu Mikroplastik zerreiben und praktisch für immer in der Umwelt nachweisbar sind.
Die norddeutschen Abfallwirtschaftsbetriebe wollen gemeinsam etwas gegen die Störstoffe unternehmen. „Unter dem Logo „#wirfuerbio“ arbeiten wir schon länger zusammen“, berichtet Ceyda Oguz, beim WZV Bereichsleiterin Abfallwirtschaft. „Aber wir wollen noch aktiver werden. Vom 09. bis 17. September finden deswegen überall in Schleswig-Holstein gemeinsame Aktionstage zum Bioabfall statt.“
Jeder Betrieb hat sich eigene Aktionen für diesen Zeitraum überlegt. Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan-Philipp Albrecht unterstützt die Kampagne als Schirmherr.
Ein „Sorgenkind“ bei der Abfalltrennung sind die Haushalte aus dem mehrgeschossigen Wohnungsbau. Der WZV wird deshalb, nach früheren Aktionen in 2018, die Wohnungsbaugesellschaften auch bei dieser Kampagne anschreiben und Optimierungsvorschläge machen.
Außerdem werden die Profis in Orange mit Infoständen in Henstedt-Ulzburg (09.09., Realmarkt), Kaltenkirchen (10.09., Ohlandpark) und Bad Segeberg ( 15.09., Volksbank) aktiv sein. Dort können sich Bürger*innen über Bioabfall, Mikroplastik und die Frage: „Ist Bioplastik eine Alternative?“ informieren, sich zur Abfalltrennung beraten lassen und kostenfreie Bioabfalltüten aus Papier abholen.
Als Herzstück der Aktionswoche werden im Kreis Segeberg in ausgewählten Gebieten Kontrollen der Biotonnen vorgenommen. Sollten sich Störstoffe wie etwa Plastiktüten, Lebensmittelverpackungen, Blumentöpfe, Hundekotbeutel oder andere nicht organische Materialien in den Behältern finden, werden diese nicht geleert. Die Haushalte, die in den ausgewählten Gebieten liegen, werden vorab angeschrieben und über die Aktion informiert. Die Kontrollteams werden hoffentlich keine fehlbefüllten Tonnen finden. Wer allerdings „erwischt“ wird, dem bleiben zwei Alternativen: Die Tonne nachsortieren und bei der nächsten turnusmäßigen Abholung leeren lassen – oder eine kostenpflichtige Sonderleerung beauftragen. Denn stark verunreinigter Bioabfall kann nicht in einer Bioabfallverwertungsanlage verarbeitet werden.
Ceyda Oguz: „Wir haben schon sehr viele Kunden, die ihre Abfälle gut trennen und damit aktiven Umweltschutz betreiben. Mit der landesweiten Aktion wollen wir noch mehr Menschen erreichen und sie motivieren, die Entstehung von Mikroplastik zu vermeiden. Das Thema geht uns alle an, auch noch unsere Kinder und Enkelkinder.“